Reaktionen auf Tätowierungen

Die Farbpigmente stellen für den Körper Fremdmaterial dar und werden auch so behandelt. Inerte Materialien können nicht abgebaut werden und werden somit von unserem Immunsystem abgekapselt. Kleinere Farbpartikel können trotzdem abtransportiert werden und finden sich in lokalen Lymphknoten wieder, dort versucht der Körper sie weiter abzubauen. Gelegentlich kommt es auch zu entzündlichen Reaktionen, Abstoßungsreaktionen, Allergien oder der Aktivierung einer systemischen Erkrankung.

Bei bestehender Psoriasis (Schuppenflechte) oder einem Lichen ruber kann eine Tätowierung einen akuten Schub auslösen. Es können sich in seltenen Fällen Granulome bilden. Gelegentlich reagiert der Körper mit einer allergischen Kontaktdermatitis (vor allem bei Quecksilbersalzen beobachtet) oder einem Pseudolymphom. Schmucktätowierungen enthalten im allgemeinen Farbpigmente die nicht vom Körper abgebaut werden können. Sie müssen inert genug sein, keine Verbindung mit den Zellen oder Zellprodukten eingehen zu können, um ihre Position und Farbe beizubehalten. Je nach gewünschter Farbe werden verschiedene Pigmente und Stoffverbindungen benutzt:

Farbe Blau = Kobaltblau
Farbe Rot = Zinnober (Quecksilbersulfid) oder Kadmiumselenid
Farbe Gelb = Enthält Kadmium
Farbe Grün = Chromoxid

Des Weiteren werden verschiedene synthetische Farbstoffe, Pflanzenextrakte oder zum Teil auch Ruß verwendet. Je natürlicher die Basis ist, auf der die Farbstoffe hergestellt werden, umso eher werden sie abgebaut oder reagieren mit körpereigenen Substanzen und ändern ihre Farbe oder Gestalt. Noch gibt es in der Europäischen Union keine einheitliche Deklarationspflicht für Tätowierungspigmente.